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Work & Travel - Australien
 

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Die fetten Tage sind vorbei...

Jaaa..., ich habe jetzt letzen Endes doch noch einen Job gefunden. Das ganze hat sich viel schwieriger als gedacht herausgestellt. Am Anfang wird einem immer erzählt, "ach du willst arbeiten? Dann geh nach Alice Springs, da gibt's massenhaft Möglichkeiten".

Die gibts auch, nur leider auch sehr viele Leute, die wegen des momentan kühlen Wetters hierherkommen (es ist Winter) und dann eben auch nach Arbeit suchen. Deswegen hat sich die Arbeitssuche im Nachhinein als äusserst schwierig herausgestellt. Überall wo ich aufgelaufen bin, wurde mein Resumé nur mit einem müden Lächeln und einem "we call you" auf einen dicken Stapel Resumés von anderen Leuten gelegt.

Ich habe aber gezwungernermassen nicht aufgegeben und letztendlich einen Platz in "Hungry Jack's" gefunden, das Pendant zu Burger King im Rest der Welt, will heissen, nur in Australien heisst Burger King "Hungry Jack's". Ich war richtig glücklich, nachdem ich den Platz sicher hatte und ein bischen stolz obendrein, weil ich gesehen habe, dass sie einen genauso dicken Stapel an Bewerbungen wie andere Arbeitsstellen haben und ICH ausgewählt wurde :P

 Ich arbeite in der Küche und nicht "vorne" mit den Kunden. In der Küche gibt es verschiedene Sachen, die man machen kann. Der Grill, den Abwasch, Pommes und Spezial-Sachen und die "Königsdisziplin": Burger machen, was auch gleichzeitig das Schwerste von Allem ist. Am Anfang habe ich nur am Grill gearbeitet um ein bischen reinzukommen. Wenn man so eine als leicht angesehene Aufgabe hat, wird man von den Anderen als Mädchen für Alles benutzt. Dann wird die vermeintlich leichte Aufgabe zum hektischen Zwischendurch-Prozess, da man pausenlos nach neuen Fritten, Fleisch oder anderen Zutaten rennt.

Generell geht es in der Küche zu wie in einem Bienenstock. Hektisches Gemenge, lautes Rufen, unangenehm laut piepsende und pfeifende Maschinen, Schweiß und ein durch Fett permanent rutschiger Boden, was sich in den meisten fällen als undienlich erweist, da man den größten Teil der Zeit am Rennen ist.

Ich arbeite jetzt seit gut zwei Wochen da und habe ein nettes Team, bis auf einen, genannt "Nik", der 16 oder 17 Jahre alt ist und fast nichts tut, ausser einen mit seinem Gelaber abzulenken oder durch die Küche zu tanzen. Ich erwähne den Namen hier, weil er mir so stark im Kopf bleibt, dadurch, dass die Manager ihn die ganze Zeit rufen: "Nik, are new fries cooking?", "Nik, where is my tender Crisp", "Nik, get fucking back to work", "Nik, I'm waiting now 5 minutes for the onion rings you jerk!.", usw. .

Ich habe erst vor ien paar Tagen angefangen Burger zu machen. Das braucht einiges an Gewöhnung und Routine, bis man das fliessend und schnell hinbekommt. Der schlimmste Tag war gestern: Ich bin im Moment krank und bleibe deswegen heute im hostel, aber gestern, als ich 8 Stunden gearbeitet habe und schon krank war, war es die Hölle. Erst mal 8 Stunden nur Burger machen plus krank sein plus relativ neu "in der Sparte" sein plus so viele Kunden wie sonst nur Feiertags plus 2 Stunden alleine in der Küche gelassen... . In solchen Situationen würde ich manchen Kunden am liebsten den Hals umdrehen, die fett behäbig daherkommen, sich also ganz im Gegensatz zu einem selbst verhalten, am besten noch durch den drive-thru (da muss es schneller gehen) und als Einzelperson 2-3 meals bestellen wobei dann mindestens 3 Ultimate-Whopper dabei sind. Um einen Ultimate-Whopper "herzustellen" braucht man zwei Scheiben 5" beef, dass man schonmal in weiser Voraussicht gegrillt hat. Das Fleisch kommt dann auf die eine Hälfte vom vorher getoasteten bun (Brötchen). Also bun, eine Scheibe beef, dann zwei Scheiben Käse, die man mühsam auseinanderfummeln muss (in der Hektik), eine Scheibe beef, wieder zwei Stück Käse, dann 6 Stücke bacon (Schinkenspeck), dann ab damit in die Mikrowelle für 15 Sekunden. In den 15 Sekunden hat man Zeit das top (die obere hälfte vom Brötchen) mit Mayo zu bestreichen, ein bischen Salat (lettuce) draufzustreuen und zwei Scheiben Tomaten daraufzulegen. Jetzt holt man die andere Hälfte vom Burger wieder aus der Mikrowelle, wobei man sich jedesmal die Finger richtig schmerzhaft verbrennt. Die hälfte legt man auf ein Einwickelpapier, das von Burger zu Burger variiert. Zum Schluss kommen auf den bacon noch 4 Scheiben saure Gürkchen (pickels), Ketchup und darauf onions (Zwiebeln). Jetzt klappt man die obere Hälfte mit der Mayo, dem Salat und den Tomaten möglichst geschickt auf die untere Hälfte und umfaltet/wickelt (wrap) das Ganze in das Papier. Wenn das ganze Prozedere länger als eine Minute dauert gibts Haue vom Manager.

Ich hätte vorher nicht gedacht, dass Arbeiten in ner fast-food-Kette derart anstrengend sein kann. Wenn ich Arbeits-schluss habe, bin ich meistens richtig fertig. Ich werde mich nie mehr beschweren, wenn ich mal länger bei MacDoof auf mein Essen warten muss, denn ich weiss jetzt, was die Leute in der Küche da die ganze Zeit über leisten, ehrlich jetzt!

 Ja so ist das... . Ich habe eine ganz normale 38-Stunden-Woche und arbeite immer von Nachmittags bis "close" (bis Schluss), was an Wochentagen 11 Uhr und am Wochenende Mitternacht ist. Man ist das stundenlange Saubermachen am Ende immer nervig...aber insgesamt macht es mir viel Spass^^. Ich verdiene 13 Dollar die Stunde, was ziehmlich schlecht im Vergleich zu anderen Jobs, wie zum Beispiel Kellnern ist, wo man als Minimum 18-19 Dollar die Stunde verdient und mehr, wenn man Nachts Arbeitet. Am Wochenende bekommt man sogar 25-26 Dollar die Stunde. Ich bekomme immer 13 Dollar, egal ob ich Nachts oder am Wochenende arbeite. Wenn man eine halbe Stunde mehr als 38 Stunden arbeitet, bekommt man das doppelte Gehalt. Weil die mir aber nicht mehr bezahlen wollen, lassen die mich nie mehr als 38 Stunden arbeiten, das heisst, dass ich jede Woche eine halbe Stunde Arbeit vom doppelten Gehalt entfernt bin, was sehr ärgerlich ist.

Jetzt, wo ich nicht mehr das fette Geld habe, geht man auch automatisch ganz anders damit um. Ich war bisher im Leben nie in der Situation wenig Geld zu haben, geschweige denn, mir Sorgen darüber machen zu müssen, wie ich die nächste Miete bezahlen soll...tja, das hat sich jetzt geändert. Ich habe z. B. dadurch gelernt, wie es funktioniert, 3 Tage lang mit 10 Dollar auszukommen. Endlich lerne ich mal mit Geld richtig umzugehen.

Hm...sonst gibts eigentlich nichts groß zu berichten, ausser, dass ich mir das Spiel Griechenland gegen Süd-Korea mit einigen Koreanern auf ner dicken Leinwand angesehen habe. Doof, das Griechenland (verdient) verloren hat. Ab und zu verliere ich auch mal eine Partie Starcraft gegen die...das sind solche Freaks!!

 

PS: Alle meinen Vater anrufen und ihm gratulieren...er hat heute Geburtstag!

19.6.10 10:48

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